Freitag, 7. September 2012

Santiago Pt. 2 - Unser Leben im Hostel, seit 06.08.2012

Hallo ihr Lieben daheim,

langsam wird es mal wieder Zeit, ein Lebenszeichen von uns zu geben. Uns geht's gut! Wir sind noch immer in Ivans Hostel, arbeiten ein wenig, trinken viel chilenischen Wein und essen gutes chilenisches Essen. Hier haben wir auch viel Zeit, konnten ein wenig entspannen und unsere bisherige Reise revue passieren lassen. Soweit fühlen wir uns hier wohl, da wir uns gut mit Ivan und seinem Bruder Jorge angefreundet haben. Jorge lebt seit 18 Jahren in den USA, in Miami, und ist für einige Monate auf Heimatbesuch in Santiago. Einige Male sind wir in typische chilenische Lokale essen gegangen. Wir haben das Gefühl, dass sich die Chilenen hauptsächlich von Fleisch ernähren. Jeden Freitag machen wir im Hostel ein riesiges Barbeque, für die Gäste, Freunde des Hauses und für uns natürlich. Heute abend wirds wieder eins geben :)

Ein Barbeque Abend

Endlich kommt der Fruehling



Never try this mix!!!
Einkaufen... und den Typen vom Supermarkt nehmen wir zum Wagen schieben einfach mit

Brennende Busse bei einer Studentendemo

Verwuestung nach Studentendemo




Freie Sicht auf die Berge
Bisher haben wir viele tolle Leute kennengelernt, mit denen wir eine gute und lustige Zeit verlebt haben. Es macht riesigen Spaß, neue Leute kennenzulernen mit denen man sich auf Anhieb gut versteht. Wir sitzen oft zusammen im Garten bis spät in die Nacht, natürlich dürfen einige Flaschen Wein dabei nie fehlen. Nun denkt ihr wahrscheinlich, dass wir hier nur saufen; das stimmt natürlich nicht ganz, ab und zu arbeiten wir auch. Wir haben hier konkreten Plan, wann und wie lange wir arbeiten. Ivan ist eigentlich immer hier (er wohnt quasi im Hostel) und wenn er mal nicht da ist, kümmern wir uns um die Gäste. Das klappt auch ganz gut, da die meisten hier Englisch sprechen und mit unseren Spanischbrocken kommen wir auch ganz gut zurecht.

Marcus arbeitet...

Unser Pool

Alle lieben Ivan

In letzter Zeit sind viele Brasilianer hier. Verrückte Leute sag ich euch! Das interessante an den Brasilianern ist, dass sie immer zusammenhocken, egal ob sie sich bereits kannten oder erst hier im Hostel getroffen haben. Sie machen gemeinsame Ausflüge, essen gemeinsam und gehen gemeinsam aus. Ist irgendwie bemerkenswert, wie offen sie sind und welch ein Gemeinschaftsgefühl sie haben. Das kennt man von den Deutschen gar nicht ;)

Natürlich ist es nicht immer rosig, im Hostel zu leben. Ab und zu hätten wir gern ein wenig Ruhe von dem ganzen Trubel und würden uns gern zurückziehen. Da wir aber in einem 8er Schlafsaal schlafen, ist es meist nicht möglich. Oft lege ich mich tagsüber für einige Stunden ins Bett, was aber immer zur Folge hat, dass ich nachts nicht schlafen kann. Wenn dann die anderen im Schlafsaal noch anfangen zu schnarchen, krieg ich erst
recht kein Auge zu. Marcus ist da resistenter, ihn stört es nicht so arg.

Vor drei Wochen hatten wir genug und sind für zwei Tage in ein Hotel gegangen. Wir dachten, wir könnten uns mal was gönnen und sind in ein 4-Sterne-Haus gegangen. Dort konnte ich endlich (!!!) mal ein richtiges Bad nehmen. Unsere Suite war super. Wir hatten ein riesiges Wohnzimmer, eine Liegewiese und aus dem 10ten Stock eine super Aussicht über die Stadt und die Berge. Die zwei Tage haben uns sehr gut getan, einfach mal nur schlafen und Fernseh schauen.

Blick aus unserer Hotelsuite








Seitdem wir wieder in Santiago sind, haben wir nicht viel außerhalb des Hostels unternommen. Am letzten Dienstag hatte Ivan Geburtstag. Mittags hat er uns zum Essen in ein schickes Restaurant eingeladen, abends kamen Freunde zum Feiern (wir waren ein wenig laut, so dass die Nachbarn dreimal die Polizei gerufen haben, Ivan musste löhnen...). Die Party ging lange, ich habe sogar noch Salsa tanzen gelernt ;) Für den nächsten Tag war eine Besichtigung eines Weinguts geplant. Die mussten wir jedoch auf den Donnerstag verschieben, da wir alle im Salz lagen.

Ivan und sein Geburtstags-Bienenstich
Wir sind also am Donnerstag zusammen mit Ivan, Jorge, Adam (einem Engländer, der in Mexico lebt) und drei Brasilianern zum Weingut. Es hat uns sehr gut gefallen. Zur Besichtigung gehörte auch eine Weinprobe. Zwei Stunden und 5 Gläser Wein später sind wir zurück in die Stadt und zum Mittagessen in ein nettes Restaurant. Die Karte bestand zu 90% aus Fleisch- und zu 10% aus Fischgerichten. Vegetarier haben es in diesem Land wirklich nicht leicht... Gut gestärkt und betüdelt haben wir beschlossen den Heimweg zu Fuß (laut Ivan sind es immer 15 Minuten, egal wo man sich befindet) zu gehen. Haben in einem Park halt gemacht zum Kickern und Tischtennis spielen. Eine Stunde später sind wir im Hostel angekommen und ins Bett gefallen.
















Am Sonntag waren Marcus und ich auf einem Flohmarkt. Einfach nur riesig und überfüllt! Um 11 Uhr waren bereits so viele Menschen dort, dass man nur so durch die Reihen geschoben wurde. Für uns nicht wirklich überraschend wurden größtenteils Klamotten, Schmuck und gefälschte CDs und DVDs für fast umsonst angeboten. Der Schwarzmarkt dafür boomt in Südamerika. In Deutschland würde man für sowas in den Knast gehen. Hier ist es ganz normal und öffentlich, keiner kauft Originale.



Die letzen drei Tage waren weniger angenehm für uns. Eigentlich sind es weniger die Tage als die Nächte. Wie schon erwähnt, schlafen wir in einem 8er-Schlafsaal. Am Montag ist ein Engländer angekommen, der in unserem Zimmer übernachtet hat (nur am Rande: er hatte das Bett für 3 Wochen gebucht). Dieser meinte, dass er sich am ersten Abend richtig besaufen müsse, um dann nachts im Zimmer Radau zu machen. Er ist also gegen 6:30 Uhr aufgestanden - nackt - , hat ein anderes Etagenstockbett, in dem zwei Brasilianer geschlafen haben, zur Seite geschoben, um ans Fenster zu kommen und die Gardinen zur Seite zu schieben und um sich danach in dem im Zimmer befindlichen Waschbecken seines Urins zu entledigen. Da ich wach war, durfte ich mir das Szenario anschauen. Ziemlich angewiedert konnte ich natürlich nicht weiterschlafen
und bin aufgestanden, um mich unten aufs Sofa zu legen. Marcus ist dann auch bald nachgekommen. Am Morgen dann hat Ivan den Typen zurechtgewiesen und ihm zum saubermachen verdonnert. Es war ihm sichtlich peinlich, so dass er sich bei mir mit einem Strauss Blumen entschuldigt hat. Immerhin...

In der letzten Nacht gab es wieder Stress in unserem Zimmer, diesmal aber mit den beiden soeben erwähnten Brasilianern. Sind nachts um 4 sturzbesoffen nach Haus gekommen, haben uns aufgeweckt, um dann ihr Schnarchkonzert zu starten. Der eine hat wohl noch ne Frau mitgebracht, sich dann aber mit ihr gestritten hat, so dass sie die Flucht ergriffen hat. Ivan war heut morgen so sauer, dass er die beiden
rausgeschmissen hat. Loyal wie der Engländer ist, fand er das ganz böse vom Ivan und ist gleich mitgegangen. Nun sind wir sie also auf einen Streich alle los und hoffen, dass wir heute Nacht endlich mal in Ruhe schlafen können.

Das erlebt man also, wenn man sich länger in einem Hostel aufhält.

Nun zu unseren weiteren Plänen: am 15.09. gehts wieder zurück nach Argentinien. Zuerst wollen wir für zwei Tage nach Mendoza und dort den argentinischen Wein testen. Danach gehts wieder für ein paar Tage nach Buenos Aires, von wo aus unser Flieger am 24.09. wieder zurück nach Deutschland geht.

Wir freuen uns schon, euch alle wiederzusehen! Bis dahin werdet ihr aber noch von uns hören.

Ganz viele liebe Grüße von uns beiden aus Santigo :*