Dienstag, 7. August 2012

Curacautin und Pucon, 31.07. - 04.08.2012

In Cusco hatten wir Michael kennengelernt, der uns von einem Freund erzaehlte, der im chilenischen Patagonien auf einer Farm arbeitet. Wir hatten durch Michael die email-Adresse des Farmbetreibers bekommen und bei unserem Aufenthalt in Santiago dem Farmbetreiber eine Mail geschrieben, ob es denn moeglich sei fuer 2 Wochen zu kommen und gegen Kost und Unterkunft etwas zu arbeiten. Da wir sowieso noch nach Patagonien wollten schien uns das eine kostenguenstige Moeglichkeit zu sein, dort hin zu reisen, denn Patagonien ist wahnsinnig teuer.
Jedenfalls hat der Farmbetreiber schnell auf unsere Mail geantwortet und gemeint wir koennten gerne vorbeikommen. Wir hatten nicht genau abgeklaert was uns erwarten wuerde und haben am 30.07. den Nachtbus von Santiago nach Curacautin genommen. Sind um 22.00 Uhr in Santiago los und morgens um 6 in Curacautin angekommen. Dort wurden wir von zwei jungen Deutschen (etwa 20 Jahre) abgeholt und zur Farm gebracht. Dort angekommen gab es erstmal Fruehstueck und wir haben Marco, den Farmbetreiber, und seine Freundin kennengelernt.
Marco ist 27 und kam mit seinen Eltern 2007 nach Chile. Die Eltern hatten in Koeln ne Werbeagentur, die sie verkauft hatten und mit dem Geld haben sie dann im chilenischen Patagonien ein Riesen Stueck Land gekauft, ca. 1700 Hektar.
Beim Fruehstueck hatte uns Marco gleich erzaehlt, wie reich seine Eltern sind und wie toll er selbst ist. War ne komische Ankunft, zumal er uns auch gleich zur Arbeit aufgefordert hat. Wir hatten keine Moeglichkeit erstmal richtig anzukommen oder so.
Naja, der Tag bestand dann darin, zunaechst die Staelle auszumisten und danach gefaellte Baumstaemme aus dem Wald zu holen und zu stapeln - ne Moerderarbeit fuer den ersten Tag. Wir waren zum Mittagessen schon total fertig. Das mit den Baumstaemmen, ging dann den rest des Tages so weiter. Am fruehen Nachmittag hatte Marco schon gemeint, dass wir am Abend alle Fussball spielen sollen, da ein chilenischer Arbeiter seinen letzten Tag hatte und das sein "Abschiedspiel" werden wuerde. Marco hat sich den ganzen Nachmittag mit selbstherrlichen Spruechen auf das Spiel eingestimmt und dabei immer wieder betont, wie oft er schon gewonnen hat etc. Es kam dann zum Spiel, zu dem sich Marco seine besten Fussballklammotten angezogen hat und los gings. Anne und ich waren in einem Team und Marco im Gegnerischen. Als er gemerkt hat, dass es fuer sein Team nicht so laeuft und ich ihn paar Mal fein ausgetrickst hatte, war seine Laune am Boden und er hat angefangen mir wie wild in die Hacken zu graetschen. Ich hatte mein wahre Freude.

Jedenfalls stand fuer Anne und mich fest, dass wir keinen Tag laenger auf dieser Farm bleiben und am naechsten Morgen abreisen wuerden, zumal die 2 Wochen so ausgesehen haetten, dass wir taeglich von Montag bis Samstag 10 Stunden arbeiten sollten und Sonntags frei haetten. 60 Stunden die Woche fuer diesen arroganten Vollidiot zu arbeiten und das nur fuer Essen und Unterkunft, da hatten wir keine Lust drauf. Haben Marco am naechsten Morgen gesagt, das wir wieder abhauen und sind dann mit ihm und dem chilensichen Arbeiter in die Stadt nach Curacautin gefahren. Von dort haben wir den Bus nach Temuco genommen und uns dann entschieden weiter nach Pucon zu fahren. So schnell wollten wir dann noch nicht wieder raus aus Patagonien, denn schon mal da, wollten wir uns dann doch die sagenhafte Landschaft angucken.

Pucon war herrlich, fast ein bisschen zu kitschig. Das Staetdchen wirkt wie ein uebergrosser Weihnachtsmarkt irgendwo in den kanadischen Bergen. Da hier im Moment absolute Nebensaison herrscht, hatten wir Glueck und haben ein huebsches Doppelzimmer zu einem Spottpreis bekommen. Die ersten beiden Tage hatten wir kuehles Regenwetter, was das weihnachtliche Gefuehl noch verstaerkt hat. Pucon liegt wunderschoen an einem grossen Bergsee, eingerahmt von patagonischen Bergen und schneebedeckten Vulkanen. Haben uns die ersten beiden Tage nur ein bisschen die Stadt angeschaut und es langsam angehen lassen.














Am 3. Tag kam dann die Sonne raus und der Blick auf den Vulkan tat sich auf:

Unser Hostel



Sind dann in das etwa 20 km entfernte Caburgua gefahren und den ganzen Tag dort rumgewandert.














Ausserdem stand ja immernoch die Entscheidung offen, ob wir nun zurueck nach Santiago fahren, um dort in Ivans Hostel zu arbeiten. Haben von Pucon aus mit Ivan ein paar Mal hin und her gemailt und uns dann entschieden das zu machen, da uns Santiago und das Hostel wahnsinnig gut gefallen haben. Sind dann also am 4. Tag zurueck nach Santiago gefahren, wo wir am Sonntag (05.08.) angekommen sind. Hier werden wir jetzt erstmal mindestens einen Monat bleiben und mal sehen, wenn es uns gefaellt, dann auch laenger. Soviel fuer den Moment.

Seid lieb gegruesst und bis bald!

Samstag, 4. August 2012

Santiago de Chile 26.07. - 30.07.2012

Sind also am 26.07. von Valparaiso nach Santiago gefahren - nur 2 Stunden Busfahrt.

Eins vorneweg: Margot Honecker is uns nich über den Weg gelaufen.

Davon abgesehen, war Santiago wirklich großartig. Ca. 5 Millionen Menschen leben hier und die Stadt erinnert viel an Berlin, nur dass hier viel mehr Wolkenkratzer stehen. Es gibt viele tolle Ecken, Clubs, Parks, Cafés und Unis. Man muss dazu sagen, dass Chile ein sehr reiches Land ist und in Santiago merkt man das besonders - sehr modern, schicke Läden und eine tolle Mischung aus alter und neuer Architektur.

Wir haben im Hstel Ventana Sur für 4 Tage eingecheckt, wie sich herausstellen sollte ein super Wahl. Nach unserer Ankunft sind wir in die Innenstadt zum Park Santa Lucia. Dort erhebt sich ein kleiner Hügel von dessen Gipfel man einen tollen Blick über die Stadt hat:







Nachdem wir in Valparaiso schon ne tolle Erfahrung mit diesen Free Walking Tours (kostenlosen Stadtrundgängen auf Trinkgeldbasis) gemacht hatten, haben wir in Santiago am nächsten Tag wieder eine gemacht. Mittags um 2 gings los und dauerte 3 Stunden. Sonderlich toll war es nicht aber eine gute Möglichkeit viel über die Geschichte Chiles und der Stadt zu erfahren und die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in der Innenstadt zu sehen, Präsidentenpalast, Plaza de Armas, Kirchen, Museen, Galerien, Stundentenviertel und so weiter und so weiter.












Am Abend unseres 2. Tages gab es dann im Hostel ein superleckeres Barbeque mit Ivan, dem Besitzer des Hostels, Allison, einer Amerikanerin aus San Fransisco, die auch in unserem Zimmer geschlafen hat, Alfonso, ein Freund von Ivan und zwei Spanier, deren Namen ich jetzt nicht mehr weiß. Gutes Essen und noch besserer Wein. Eigentlich wollten wir danach alle noch in nen Salsa-Club gehen, aber das Barbeque und der Wein hat jeden ein bisschen umgehauen und müde gemacht.

In unserem 6er Dorm hat auch noch Greg, ein 55-jähriger Engländer aus Manchester, geschlafen. Super Typ! Er hat die letzten 10 Jahre in Brasilien gewohnt und scheinbar ne Menge Geld gemacht. Seit 1,5 Jahren reist er jetzt durch Südamerika. Er wirkte immer ein bisschen wie ein verplanter Professor. Haben viel mit ihm gequatscht.

Am 3. Tag haben wir erstmal lange gschlafen, Bustickets gekauft und sind mit der U-Bahn zum Nationalmuseum gefahren. Die Ausstellung widmete sich der Machtergreifung und der Jahre unter Diktator Pinochet.

Danach noch ein bisschen durch das Viertel gelaufen, in dem unser Hostel war.






Nach dem Abendessen haben wir mit Ivan und Alfonso wieder einige Flaschen Wein geköpft und geredet, geredet, geredet. Dabei hat uns dann Ivan ein super Angebot gemacht. Er meinte wir könnten in seinem Hostel arbeiten. Wir würden Unterkunft und Essen gestellt kriegen und dazu noch etwas Geld. Da wir alle ziemlich viel getrunken hatten, haben wir das erstmal nicht so ernst genommen. Sind dann so gegen halb 3 Morgens mit Ivan und Alfonso noch in nen Club. War cool!

Am nächsten Tag ging natürlich nicht viel. Haben lange geschlafen und den Tag im Hostel rumgehangen. Ivan hat sein Angebot nochmal bekräftigt und wir haben ernsthaft angefangen drüber nachzudenken, vor allem weil uns Santiago und das Hostel super gefallen hat und Ivan ein echt netter Mensch ist. Er ist ungefähr Mitte, Ende 40, hat ein Geschäft für Musikinstrumente, die er vor allem aus Deutschland importiert, 3 Kinder und eben das Hostel. Er sprüht nur so vor Geschäftsideen und war wohl auch schon ziemlich erfolgreich mit seinen Ideen.

Wir haben ihm gesagt, dass wir über sein Angebot nachdenken, aber erstmal nach Curacautin, in den Norden Patagoniens, müssten, da wir mit einer dortigen Familie ausgemacht haben, 2 Wochen auf deren Farm zu arbeiten. Er meinte, wir sollen uns keinen Stress machen, erstmal nach Curacautin fahren und ihm irgendwann sagen, ob wir Lust hätten, bei ihm zu arbeiten.

Montag war dann der Tag unserer Abreise. Unser Bus ging erst am späten Abend. Sind dann noch ein ein bisschen durch die Stadt, haben eingekauft und uns dann abends mal wieder ganz schweren Herzens von Ivan und Greg verabschiedet. Die Entscheidung, ob wir wieder zurück nach Santiago gehen und für Ivan arbeiten, hatten wir erstmal vertagt und wollten diese Entscheidung auch davon abhängig machen, wie es uns in Curacautin gefällt, wohin unser Weg von Santiago aus ging. Wie es dort so war, schreiben wir dann wieder.

Liebe Grüße nach Deutschland!!