Jedenfalls hat der Farmbetreiber schnell auf unsere Mail geantwortet und gemeint wir koennten gerne vorbeikommen. Wir hatten nicht genau abgeklaert was uns erwarten wuerde und haben am 30.07. den Nachtbus von Santiago nach Curacautin genommen. Sind um 22.00 Uhr in Santiago los und morgens um 6 in Curacautin angekommen. Dort wurden wir von zwei jungen Deutschen (etwa 20 Jahre) abgeholt und zur Farm gebracht. Dort angekommen gab es erstmal Fruehstueck und wir haben Marco, den Farmbetreiber, und seine Freundin kennengelernt.
Marco ist 27 und kam mit seinen Eltern 2007 nach Chile. Die Eltern hatten in Koeln ne Werbeagentur, die sie verkauft hatten und mit dem Geld haben sie dann im chilenischen Patagonien ein Riesen Stueck Land gekauft, ca. 1700 Hektar.
Beim Fruehstueck hatte uns Marco gleich erzaehlt, wie reich seine Eltern sind und wie toll er selbst ist. War ne komische Ankunft, zumal er uns auch gleich zur Arbeit aufgefordert hat. Wir hatten keine Moeglichkeit erstmal richtig anzukommen oder so.
Naja, der Tag bestand dann darin, zunaechst die Staelle auszumisten und danach gefaellte Baumstaemme aus dem Wald zu holen und zu stapeln - ne Moerderarbeit fuer den ersten Tag. Wir waren zum Mittagessen schon total fertig. Das mit den Baumstaemmen, ging dann den rest des Tages so weiter. Am fruehen Nachmittag hatte Marco schon gemeint, dass wir am Abend alle Fussball spielen sollen, da ein chilenischer Arbeiter seinen letzten Tag hatte und das sein "Abschiedspiel" werden wuerde. Marco hat sich den ganzen Nachmittag mit selbstherrlichen Spruechen auf das Spiel eingestimmt und dabei immer wieder betont, wie oft er schon gewonnen hat etc. Es kam dann zum Spiel, zu dem sich Marco seine besten Fussballklammotten angezogen hat und los gings. Anne und ich waren in einem Team und Marco im Gegnerischen. Als er gemerkt hat, dass es fuer sein Team nicht so laeuft und ich ihn paar Mal fein ausgetrickst hatte, war seine Laune am Boden und er hat angefangen mir wie wild in die Hacken zu graetschen. Ich hatte mein wahre Freude.
Jedenfalls stand fuer Anne und mich fest, dass wir keinen Tag laenger auf dieser Farm bleiben und am naechsten Morgen abreisen wuerden, zumal die 2 Wochen so ausgesehen haetten, dass wir taeglich von Montag bis Samstag 10 Stunden arbeiten sollten und Sonntags frei haetten. 60 Stunden die Woche fuer diesen arroganten Vollidiot zu arbeiten und das nur fuer Essen und Unterkunft, da hatten wir keine Lust drauf. Haben Marco am naechsten Morgen gesagt, das wir wieder abhauen und sind dann mit ihm und dem chilensichen Arbeiter in die Stadt nach Curacautin gefahren. Von dort haben wir den Bus nach Temuco genommen und uns dann entschieden weiter nach Pucon zu fahren. So schnell wollten wir dann noch nicht wieder raus aus Patagonien, denn schon mal da, wollten wir uns dann doch die sagenhafte Landschaft angucken.
Pucon war herrlich, fast ein bisschen zu kitschig. Das Staetdchen wirkt wie ein uebergrosser Weihnachtsmarkt irgendwo in den kanadischen Bergen. Da hier im Moment absolute Nebensaison herrscht, hatten wir Glueck und haben ein huebsches Doppelzimmer zu einem Spottpreis bekommen. Die ersten beiden Tage hatten wir kuehles Regenwetter, was das weihnachtliche Gefuehl noch verstaerkt hat. Pucon liegt wunderschoen an einem grossen Bergsee, eingerahmt von patagonischen Bergen und schneebedeckten Vulkanen. Haben uns die ersten beiden Tage nur ein bisschen die Stadt angeschaut und es langsam angehen lassen.
Am 3. Tag kam dann die Sonne raus und der Blick auf den Vulkan tat sich auf:
| Unser Hostel |
Sind dann in das etwa 20 km entfernte Caburgua gefahren und den ganzen Tag dort rumgewandert.
Ausserdem stand ja immernoch die Entscheidung offen, ob wir nun zurueck nach Santiago fahren, um dort in Ivans Hostel zu arbeiten. Haben von Pucon aus mit Ivan ein paar Mal hin und her gemailt und uns dann entschieden das zu machen, da uns Santiago und das Hostel wahnsinnig gut gefallen haben. Sind dann also am 4. Tag zurueck nach Santiago gefahren, wo wir am Sonntag (05.08.) angekommen sind. Hier werden wir jetzt erstmal mindestens einen Monat bleiben und mal sehen, wenn es uns gefaellt, dann auch laenger. Soviel fuer den Moment.
Seid lieb gegruesst und bis bald!
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