Freitag, 27. Juli 2012

Valparaiso 22.07. - 26.07.

Wir haben La Serena am 21.07. mit dem Nachtbus in Richtung Valparaiso verlassen, wo wir am naechsten Morgen so gegen 6 Uhr angekommen sind. Valapariso ist eine Hafenstadt am Pazifik mit ca. 260.000 Einwohnern. Konnten im Bus waehrend der etwa 7-stuendigen Fahrt beide nicht so recht schlafen und haben uns nach unserem ankommen beide auf ein Bett gefreut. Sind also mit unseren Rucksaecken direkt vom Busbahnhof zum Hostel gelaufen. Angekommen, geklopft, geklingelt, noch lauter geklopft und noch laenger geklingelt, aber keiner hat aufgemacht. Auf Grund der fruehen Stunde war natuerlich auch noch kein Café oder sowas offen und so blieb uns nichts anderes uebrig, als uns wie zwei Obdachlose mit unseren Rucksaecken vor das Haus des Hostels zu setzen. Nach und nach hat sich auch der ein oder andere Strassenhund zu uns gesellt. 2,5 Stunden haben wir abwechselnd geklingelt und geklopft und gegen halb 9 hat dann endlich jemand aufgemacht. Mussten dann noch bis ca. halb 1 warten, um unser Zimmer zu beziehen. Haben an dem Tag nur noch geschlafen, abends was gekocht und wieder geschlafen.

SEHR ausgeschlafen haben sind wir am naechsten Morgen zur Hauptplaza, um an einer Free Walking Tour, einem Stadtrundgang, teilzunehmen. Waehrend der 3 Stunden hat sich die charmante Schoenheit der Stadt offenbart. Zwar ist die Stadt teilweise doch recht heruntergekommen aber das mit viel Charme und Atmosphaere. Eine rauhe Schoenheit. Jedem Graffitikünstler ist es gestattet in der Stadt Hauswände zu besprühen. Und so erhebt sich in den Hügeln an der Küste eine knallbunte Stadt. Häuser in rot, orange, blau, grün, und ich weiß nicht was für Farben tauchen die Landschaft in ein buntes mosaikartiges Muster. An den Haeuserwaenden findet sich Street Art in allen Farben und Motiven.













In der Stadt, die UNESCO Weltkulturerbe ist, gibt es Aufzüge "Ascensors",...kleine Standseilbahnen die einen auf höhere Ebenen der Stadt bringt. Ebenfalls bunt bemalt wird deren Sicherheit jedoch von den Außenministerien Europas und USA etwas in Frage gestellt, folgen halt nicht dem gleichen strengen europäischen bzw amerikanischen Reglement. Von der Benutzung dieser Aufzüge wird daher auch abgeraten. Wir ließen Empfehlung, Empfehlung sein und fuhren natürlich mit einer dieser Bahnen hoch. Nichts spannendes, aber trotzdem recht nett. Die Aufzüge wurden zwischen 1883 und 1912 errichtet. Leicht abenteuerlich steht man in den Kabinen auf Holzbrettern, durch die Fugen sieht man das Zugkabel und die Führungsschiene, nach knapp 5 Minuten ist der Spass schon wieder vorbei.




Uns hat die Stadt super gefallen und haben direkt aus unseren 2 Tagen 4 Tage gemacht, zumal wir den ersten Tag ja auch mit schlafen verbracht haben. Am 3. Tag sind wir nach Vina del Mar, ca 30 Minuten von Valparaiso entfernt und der krasse Gegensatz. Der Ort ist sowas wie das Monte Carlo von Chile. Kasinos, schicke Haeuser, eine praechtige Strandpromenade aber alles in allem keine Stadt, in der man sich lange aufhalten muss. Sind ein wenig durch die Strassen und an der Kueste entlang spaziert, Eis gegessen, von Ronald McDonald beschimpft worden und dann wieder zurueck nach Valparaiso.









Haben dann am 4. Tag nochmal ausgiebig die Strassen und Huegel der Stadt erkundet und dabei ein tolles Kulturzentrum entdeckt, das in ein ehemaliges Gefaengnis integriert wurde.













Valparaiso war eigentlich die erste richtig schoene Stadt in Chile und wir sind jetzt mal gespannt was uns in Santiago so erwartet. Mal sehen, vielleicht haben wir Glueck und Margot Honecker laeuft uns ueber den Weg. Die wohnt ja in Santiago. Dann geben wir ihr nen fetten Tritt in den Hintern. Wir berichten wieder.

Sonntag, 22. Juli 2012

Unsere erste Woche am Pazifik in Chile - Arica, Iquique und La Serena, 14.07. bis 21.07.2012

Wow, nun sind wir schon seit drei Monaten unterwegs! Und es kommt uns gar nicht so lang vor. Wir durften so viel sehen und erleben, das wird einige Zeit dauern, alles zu verarbeiten.

Vor einer Woche sind wir in Chile angekommen, endlich am Meer, endlich am Pazifik! Wie lange haben wir darauf gewartet, endlich den Ozean zu sehen, waren ganz aufgeregt, da wir beide zuvor noch nicht am Pazifik waren. Und er ist wirklich traumhaft schoen. Leider koennen wir nicht baden gehen, aber allein dort am Strand zu sitzen ist herrlich.

Unser erster Stop in Chile war Arica vor genau einer Woche. Wir sind mittags aus Tacna (der Grenzstadt in Peru) losgefahren in einem Bus, in dem nur Einheimische mitgefahren sind. An der Grenze angekommen, mussten wir alle raus aus dem Bus, inkl. allem Gepaeck und erstmal den Ausreisestempel von Peru holen. Danach ging es dann zur Einreisestelle Chiles. Erst dachten wir noch, alles laeuft super, doch bevor wir unsere Rucksaecke auf das Gepaeckband zum durchleuchten legen konnten, wurden wir gebeten, doch mitzukommen. Na klar, die einzigen Touristen werden einer Drogenkontrolle unterzogen, in einer kleinen Zelle. Natuerlich hatten wir unsere Kokablaetter, die wir im Rucksack hatten, nicht angegeben, da es eigentlich nicht erlaubt ist, diese nach Chile mitzunehmen. In der Zelle haben wir sie dann angegeben, sie aus dem Rucksack geholt und es war gar kein Problem. Sie sagte, es kaeme auf die Menge an und wir haetten nicht zu viel. Also konnten wir sie wieder einpacken. Unsere Personalien wurden aufgenommen, unsere Taschen ein wenig durchsucht und nach 15 Minuten konnte es dann weitergehen. Ich habe mich ein wenig aufgeregt, dass natuerlich wieder wir durchsucht werden, aber das geht anderen Touristen anscheinend auch so. Ist ja alles gut gegangen.

In Arica angekommen haben wir uns zuerst ein Hostel suchen muessen. Wir haben ein nettes gefunden, das von einem neuseelaendisch-chilenischen Paerchen geleitet wird. Zuerst war ich etwas geschockt, da es wirklich kitschig eingerichtet war. Aber die beiden waren sehr nett, wir wurden ganz herzlich mit einem Stueckchen Kuchen und ganz vielen Infos empfangen. Ein weiteres Plus: das Hostel lag 5 Minuten vom Strand entfernt und von der Dachterasse hatte man Blick auf den Pazifik.


Arica an sich ist nicht wirklich schoen. Es gibt eine Plaza, einen Hafen und eine Fussgaengerzone. Den Hafen haben wir am zweiten Tag besucht, da es dort Pelikane und Seeloewen gibt. Tatsaechlich gab es dort viele Pelikane, die auf Autos sassen und ueberall herumgelaufen sind. Und einige Seeloewen gab es auch. Leider war es sehr dreckig und viel Muell lag herum, so dass die Tiere diesen gegessen und sich darum gestritten haben.




Nach zwei Naechten ging es weiter auf eine 5-stuendige Busfahrt in das 300km suedlich liegende Iquique. Die Kuestenstadt hat tolle Straende und eine niedliche Innenstadt in der man sich wie in einem Western fuehlt. Die Gebauede und Buergersteige in der Innenstadt sind aus Holz.

Ein Seestern in Iquique






In Iquique gibt es auch eine Duty-Free Mall, die wir natuerlich besuchen mussten. Dort angekommen haben wir nach Handies und Kameras geschaut, aber alles noch immer teurer als in Deutschland. Wir haben uns also entschieden, keine teuren Anschaffungen zu machen und lieber zu warten, bis wir wieder zuhaus sind. In Deutschland ist es wirklich guenstig, man sollte es nicht meinen. Etwas enttaeuscht (wir sind ja mit grossen Erwartungen dorthin) haben wir uns ein Eis gekauft und sind wieder Richtung Hostel, um die weiteren Tage zu planen.

Blick von der Dachterasse unseres Hostels
Wir mussten uns hier naemlich entscheiden, ob wir noch einmal in die Anden und die Atacama-Wueste, die trockenste Wueste der Welt, fahren wollten, oder moeglichst schnell nach Santiago, um dann noch weiter in den Sueden zu fahren. Da wir wirklich lange in den Anden waren und so viel gesehen haben, haben wir uns entschieden, schnell weiter suedlich nach La Serena zu fahren. Nach Santiago direkt waeren es 30 Stunden im Bus gewesen... eindeutig zu viel, weshalb wir die "nur" 19 Stunden nach La Serena bevorzugt haben.

La Serena hat viel zu bieten. Von Delfin-Beobachtungen, ueber Sterne gucken und Oasen gibt es dort wunderschoene Straende und eine nette Stadt. Zwei Naechte in einem wirklich schoenen und familiaeren Hostel sollten in dieser Stadt ausreichen. Nach unserer 19-stuendigen Nacht- und halb Tagfahrt sind wir muede angekommen und haben uns ueber das gemuetliche Hostel gefreut. An dem Tag war nur noch einkaufen und kochen drin. Kochen tun wir in Chile uebrigens fast ausschliesslich, da essen gehen hier so teuer ist, dass es uns auf Dauer arm machen wuerde. Ausserdem ist es auch mal wieder schoen, selbstgekochtes zu essen.

Ausserdem haben wir uns ueberlegt, dass wir am naechsten Tag auf eigene Faust zur Isla de Damas fahren wollten, um dort die Delfine und Pinguine zu besuchen. Auf eigene Faust kostet es ca. die Haelfte von dem, was es in einer gebuchten Tour kosten wuerde... wobei in der Tour nichts anderes geboten wird. Mit einiger Verspaetung ging es am morgen mit einem lokalen Bus los nach Punta Choros, von wo aus die Boote zur Isla fahren. Alles hat super geklappt und wir haben auf anhieb ein Boot gefunden. Nach ca. 10 Minuten auf dem Boot sagte Marcus auf einmal "Achtung!" und schon war es passiert... er wurde von einer Moewe angeschissen und hat es kommen sehen. Ich musste natuerlich laut lachen. Es war aber nicht weiter schlimm, und kurze Zeit spaeter haben wir tatsaechlich die ersten Delfine gesehen. Wir hatten wirklich Glueck an dem Tag und konnten viele von ihnen sehen.













Die Pinguine haben sich versteckt, da wohl grad Brutzeit ist. Dafuer haben wir viele Seeloewen gesehen, die auf den grossen Felsen lagen und sich in der Sonne geaalt haben.







Eigentlich wollten wir heute ins Elqui Valley fahren, die Oase, aus der auch der Pisco (der beruehmte Schnaps) kommt. Da wir aber noch einen Bus organisieren mussten, der uns heute Nacht nach Valparaiso faehrt, sind wir tagsueber an den superschoenen Strand und haben dort Kaffee getrunken. Und es ist noch etwas lustiges passiert: der Marcus hats am Strand schon wieder abbekommen... auf der gleichen Schulter! Das muss jetzt aber wirklich Glueck bringen :)









Nun warten wir im Hostel darauf, dass unser Bus in vier Stunden losfaehrt. Morgen sind wir also bereits in Valparaiso, ganz in der Naehe von Santiago. Mehr dann aus der Hauptstadt Chiles.

Bis dahin, alles Liebe in die Heimat