Samstag, 7. Juli 2012

Puno, 14.6.2012 - 16.6.2012

Lange nichts gehoert, nicht wahr? Waren 10 Tage als Volontaere im tiefen peruanischen Dschungel. Tolle Erfahrung aber dazu dann zu gegebener Zeit.

Von Copacabana sind wir mit dem Bus ueber die peruanische Grenze nach Puno gefahren:

Grenzuebergang Bolivien - Peru
Puno an sich ist eine nicht sehr einladende Stadt am Titikakasee. Von unserem lieben Freund Ralf in Berlin wurde uns empfohlen auf die drei bekannten Inseln, die schwimmenden Inseln, Taquile und Amantani zu fahren. Da uns gesagt wurde, dass wir auf keinen Fall mit einem Touranbieter fahren sollen, haben wir die Tour auf eigene Faust gestartet. Haben uns am Hafen von Puno ein Ticket gekauft und sind am naechsten Morgen halb 9 los. Zu unserer Enttaeuschung sind wir doch in einer Tourgruppe gelandet. Nun gut.
Nach einer 20-minuetigen Bootsfahrt sind wir an den schwimmenden Inseln angekommen.








Dort angekommen waren wir ziemlich erschrocken ueber das touristische Ausmass. Mit traditioneller Lebensart hatte das nix mehr zu tun. Von den Bewohnern der Insel wurde eine Art Show abgeliefert und es war wahrlich nicht schoen anzuschauen. Hier trotzdem noch ein paar Fotos:




Danach gings weiter auf eine 3-stuendige Bootsfahrt auf die Insel Amantani, wo wir auch bei einer dort lebenden Familie uebernachten sollten.Amantani ist uebrigens die hoechste Insel der Welt mit fast 4600 ueber Meeresspiegel. Nach der Ankunft wurden wir einer Familie zugeteilt. Die Familie war wirklich nett, dennoch haben wir uns total fehl am Platz gefuehlt. Es war als wuerden wir in die traditionelle Lebensweise der Inselbewohner eindringen. Es ist einfach so, das westliche Touristen an manchen Plaetzen einfach nichts zu suchen haben, um das indigene Leben nicht zu stoeren. Aber vuns wurde schnell klar, dass in Peru der Tourismus viel mehr ausgebaut ist als in Bolivien. Das bringt fuer die Einheimischen zwar notwendiges Geld aber wie gesagt, der Tourismus zerstoert viel von der traditionellen Lebensweise, gerade an so abgelegenen Plaetzen wie den Inseln im Titikakasee.

Die Gruppe, mit der wir auf die Insel gefahren sind, wollte dann noch auf einen Berg klettern aber darauf hatten wir keine Lust. Stattdessen haben wir uns einen Drink auf dem zentralen Platz der Insel gegoennt und dabei ein nettes Paar aus Nuernberg kennengelernt, die vom Tourigedoens auch schwer genervt waren.


Zentraler Platz auf der Insel Amantani





Am Abend fand dann noch eine fuer die Touristen initiierte Party mit tradtioneller Musik statt. Alle sollten sich mit den traditionellen Gewaendern der Inselbewohner kleiden aber Anne und ich haben das verweigert. Das war unser stiller Protest gegen die Ausbeutung und touristische Uebervoelkerung der Insel.

Am naechsten Morgen ging es dann weiter auf die Insel Taquile, die beruehmt ist fuer die dort angefertigten Webarbeiten uns Strickereien. Ausserdem ist es die Insel der strickenden Maenner.







Viel Zeit, die Insel auf eigene Faust und abseits der Touristroeme zu erkunden hatten wir nicht. Wir wurden schnell ueber die Insel gejagt. Vor dem Mittagessen haben wir uns von der Gruppe abgeseilt und sind zum Hafen, von wo aus unser Boot zurueck nach Puno gehen sollte. Alles in Allem war die Tour ziemlich enttaeuschend. Nicht wegen der Landschaft, sondern viel mehr wegen der Art und Weise wie Touristen dahingeschleust werden. Es ist purer Massentourismus, der mit Nachhaltigkeit und dem Respekt gegenueber der Natur und der auf den Inseln lebenden Menschen nichts zu tun hat. Der Ausflug auf die Isla del Sol auf der bolivianischen Seite des Titikakasees war viel urspruenglicher, indvidueller, nachhaltiger und letztlich beeindruckender als diese Tour. Wir haben uns geschworen solche Touren in Zukunft zu vermeiden, auch wenn man dann eventuell Hoehepunkte verpasst. Aber wie gesagt, an manchen Orten hat man einfach nichts zu suchen. Von Puno aus sind wir dann weiter nach Cusco, die alte Inkahauptstadt, von der aus, wir dann nach einer dreitaegigen Tour durch das Inkatal hinauf zu dem unglaublich beeindruckenden Machu Picchu sind. Davon dann spaeter.

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