wir sind gestern spät von Machu Picchu zurückgekehrt und ich kann euch sagen: es war wirklich beeindruckend. Doch dazu bald mehr, erstmal gehts weiter in der Reihenfolge.
Wir waren also vor einigen Wochen auf der Farm im Dschungel und mussten schweren Herzens wieder zurück nach La Paz, zurück auf 3660 Meter und zurück in die Kälte. Da wir uns bereits an die Hitze im Dschungel gewöhnt hatten, waren wir nicht so richtig begeistert und haben uns ein Hostel für nur zwei Nächte gebucht. In den zwei Tagen hatten wir folgendes geplant: Fussball schauen und mit dem Mountainbike die Death Road herunterfahren.
So weit, so gut. Wir sind also morgens mit dem Flieger in La Paz angekommen, haben eingecheckt und sind in die Stadt. La Paz liegt in einer Art Kessel in den Bergen und unser Hostel lag ziemlich weit oben, das Zentrum jedoch am tiefsten Punkt. Also erstmal runter ins Zentrum und ins Touristenviertel. Ich hatte gelesen, dass es dort einen Hexenmarkt gibt, dort wollten wir hin. Auf dem Weg zum Hexenmarkt sind wir durch eine Straße gelaufen, wo es einen Artesania-Laden neben dem anderen gab. Artesania ist die Kunst und das Handwerk, das in Südamerika verkauft wird; sprich Mützen, Schals, Handschuhe und und und in typischen Südamerikanischen Farben und Formen. Diese Läden gibt es überall, so dass wir einfach nur durch die Straße geschlendert sind, ohne uns groß darum zu kümmern.
Am nächsten Tag saßen wir zu den Fußballspielen (Holland-Dänemark und Deutschland - Portugal) in einer netten holländischen Kneipe, die sogar eine Leinwand aufgebaut hatte. Es waren viele Holländer dort (alle am Stampfen und Mitfiebern), zumindest bis zum Schlusspfiff. Danach dann das Deutschlandspiel und wir waren glücklich. Nach drei Bieren mussten wir dann schnell ins Hostel und in die Poofe. Auf der Höhe macht das Biertrinken nur halb so viel Spaß...
Am nächsten morgen gings dann los auf die Death Road, die gefährlichste Straße der Welt. Sie schlängelt sich an steilen Bergwänden entlang und wenn die Bremsen vom Rad versagen oder man nicht aufpasst gehts hunderte Meter in die Tiefe. Ich muss ja gestehen, dass ich schon ein mulmiges Gefühl hatte, 64 km an steilen Abhängen die Straße mit dem Fahrrad herunterzufahren. Aber gut, was solls, ein bißchen Action muss auch mal sein. Wir wurden also von dem Unternehmen abgeholt und sind in einem Bulli den Berg hoch auf knapp 5000 Meter.
Kurz zur Death Road bzw. "The World's Most Dangerous Road": eine Schotterstraße mit nur knapp 3,20 m Breite führt vorbei an steilen, bis zu 600 m in die Tiefe gehenden Felswänden mit fast keinen Absperrungen. Bis vor einigen Jahren wurde diese Straße als normale Verkehrsverbindung zwischen den unten liegenden Dörfern und La Paz genutzt. Durchschnittlich sind 26 Fahrzeuge pro Jahr in die Tiefe gestürzt. Heute wird sie ausschließlich von Radfahrern und kleineren Fahrzeugen genutzt und ist nicht mehr wirklich gefährlich.
Kurz zur Death Road bzw. "The World's Most Dangerous Road": eine Schotterstraße mit nur knapp 3,20 m Breite führt vorbei an steilen, bis zu 600 m in die Tiefe gehenden Felswänden mit fast keinen Absperrungen. Bis vor einigen Jahren wurde diese Straße als normale Verkehrsverbindung zwischen den unten liegenden Dörfern und La Paz genutzt. Durchschnittlich sind 26 Fahrzeuge pro Jahr in die Tiefe gestürzt. Heute wird sie ausschließlich von Radfahrern und kleineren Fahrzeugen genutzt und ist nicht mehr wirklich gefährlich.
So, wir also los mit den Fahrrädern auf den Dächern. Am Startpunkt angekommen haben wir unsere Ausrüstung (Helme, Handschuhe, Gelenkschoner und Sicherheitskleidung) bekommen und nach kurzem Üben auf den Rädern konnte es losgehen. Bei Marcus' Fahrrad war direkt die Kette ab, kein gutes Omen?? Sie wurde repariert und los gings.
Zuerst sind wir ca. 30 km über eine Asphaltierte Straße gefahren, die noch nicht die Death Road war. Sie war zwar breiter und es gab auch hin und wieder Leitplanken, doch es ging auch hier über Serpentinen einige hundert Meter in den Abgrund. Nach höchstens einer Minute ist mir auch klar geworden, dass dies keine gemütliche Radtour werden würde. Nein, wir sind mit knapp 40 bis 50 km/h auf dieser Straße gerast. Ich war natürlich immer die letzte und bei den Stops und Pausen musste meistens auf mich gewartet werden ;)
Nach 40 Minuten sind wir an unserem ersten Etappenziel angekommen. Hier gabs was zu essen und unsere Fahrräder wurden wieder auf den Bulli geladen, da es wieder ein Stücken den Berg hochging. Bald sind wir dann an der richtigen Death Road angekommen und es war einfach nur fantastisch! Die Landschaft war der Hammer, doch auch das mulmige Gefühl hat sich langsam in Angst umgewandelt.
Die Schotterstraße war viel schotteriger, als man sie aus Deutschland kennt. Große Steine liegen ständig mitten auf dem Weg, man muss ausweichen und hoffen, dass man sich nicht hinlegt. So konnte man die Landschaft während der knapp zweistündigen Fahrt, die 3600 Höhenmeter überwindet, nur auf den Pausen genießen. Ich war eh wieder die Letzte (mit Abstand!) und Marcus hat ab und zu für Fotos angehalten.
Zum Mittag sind wir unten angekommen und wir habens alle ohne Probleme überstanden. Auf den letzten 10 Metern hat eine meiner Bremsen zwar versagt, aber was solls, bin gut unten angekommen. Es ging dann in ein Hotel, in dem wir Mittag gegessen haben, im Pool schwimmen und Duschen konnten. Um 16 Uhr sollte es dann wieder über die neue Straße zurück nach La Paz gehen. Als uns unser Guide um 17 Uhr noch immer nicht abgeholt hatte, wurden wir stutzig und haben nach ihm geschaut. Er hat sich schön mit den anderen Guides die Birne vollgehauen und konnte kaum noch sprechen. Auch der Fahrer kam uns seltsam vor... aber was blieb uns jetzt anderes übrig, als ins Auto einzusteigen und zurückzufahren.
Die Rückfahrt stellte sich als ziemlich halsbrecherisch heraus. Hier ist es wohl üblich, an Abhängen und in Kurven ohne Sicht zu überholen. Das tat unser Fahrer auch das ein oder andere Mal bis wir ihn gebeten haben, klarzukommen und vernünftig zu faren. Es ging dann auch irgendwann, der Guide ist mitlerweile eingeschlafen und wir sind nach 3,5 Std. gut in La Paz angekommen. Als wir vor unserem Hostel abgesetzt wurden, gabs noch ein T-Shirt, auf dem steht: "I'm a survivor of the Death Road!" Wir würden ja sagen, wir haben zwei Death Roads überlebt.
Völlig fertig und erschöpft ging es dann nur noch ins Bett, um am nächsten Tag weiter nach Copacabana am Titicacasee zu fahren. Von La Paz haben wir nicht viel gesehen, aber das macht auch nichts. Wir haben uns gefreut, aus der Großstadt wieder aufs Land und endlich ans Wasser zu kommen.
Was wir dort erlebt haben, gibts dann im nächsten Beitrag.
Euch allen einen schönen Sonntag!
Ganz viele liebe Grüße von den tapferen "Death Road Survivors"
Zuerst sind wir ca. 30 km über eine Asphaltierte Straße gefahren, die noch nicht die Death Road war. Sie war zwar breiter und es gab auch hin und wieder Leitplanken, doch es ging auch hier über Serpentinen einige hundert Meter in den Abgrund. Nach höchstens einer Minute ist mir auch klar geworden, dass dies keine gemütliche Radtour werden würde. Nein, wir sind mit knapp 40 bis 50 km/h auf dieser Straße gerast. Ich war natürlich immer die letzte und bei den Stops und Pausen musste meistens auf mich gewartet werden ;)
Nach 40 Minuten sind wir an unserem ersten Etappenziel angekommen. Hier gabs was zu essen und unsere Fahrräder wurden wieder auf den Bulli geladen, da es wieder ein Stücken den Berg hochging. Bald sind wir dann an der richtigen Death Road angekommen und es war einfach nur fantastisch! Die Landschaft war der Hammer, doch auch das mulmige Gefühl hat sich langsam in Angst umgewandelt.
Die Schotterstraße war viel schotteriger, als man sie aus Deutschland kennt. Große Steine liegen ständig mitten auf dem Weg, man muss ausweichen und hoffen, dass man sich nicht hinlegt. So konnte man die Landschaft während der knapp zweistündigen Fahrt, die 3600 Höhenmeter überwindet, nur auf den Pausen genießen. Ich war eh wieder die Letzte (mit Abstand!) und Marcus hat ab und zu für Fotos angehalten.
| Die Todesstrasse |
| Anne auf derr Abfahrt die Todesstrasse hinunter |
Zum Mittag sind wir unten angekommen und wir habens alle ohne Probleme überstanden. Auf den letzten 10 Metern hat eine meiner Bremsen zwar versagt, aber was solls, bin gut unten angekommen. Es ging dann in ein Hotel, in dem wir Mittag gegessen haben, im Pool schwimmen und Duschen konnten. Um 16 Uhr sollte es dann wieder über die neue Straße zurück nach La Paz gehen. Als uns unser Guide um 17 Uhr noch immer nicht abgeholt hatte, wurden wir stutzig und haben nach ihm geschaut. Er hat sich schön mit den anderen Guides die Birne vollgehauen und konnte kaum noch sprechen. Auch der Fahrer kam uns seltsam vor... aber was blieb uns jetzt anderes übrig, als ins Auto einzusteigen und zurückzufahren.
Die Rückfahrt stellte sich als ziemlich halsbrecherisch heraus. Hier ist es wohl üblich, an Abhängen und in Kurven ohne Sicht zu überholen. Das tat unser Fahrer auch das ein oder andere Mal bis wir ihn gebeten haben, klarzukommen und vernünftig zu faren. Es ging dann auch irgendwann, der Guide ist mitlerweile eingeschlafen und wir sind nach 3,5 Std. gut in La Paz angekommen. Als wir vor unserem Hostel abgesetzt wurden, gabs noch ein T-Shirt, auf dem steht: "I'm a survivor of the Death Road!" Wir würden ja sagen, wir haben zwei Death Roads überlebt.
| Aus dem Bulli heraus auf der Rueckfahrt fotografiert |
Was wir dort erlebt haben, gibts dann im nächsten Beitrag.
Euch allen einen schönen Sonntag!
Ganz viele liebe Grüße von den tapferen "Death Road Survivors"
Beim lesen reist man halb mit!
AntwortenLöschenUnd sehr schöne Fotos!
Bin gespannt auf den nächsten Beitrag!