Wegen unserer frühen Ankunft mussten wir einige Stunden auf dem Flughafen rumbringen.
Mit ner kleinen Propellermaschine, die für ungefähr 50 Leute Platz geboten hat, gings dann auch pünktlich los. La Paz liegt auf etwa 4000 Höhenmetern und der 45-minütige Flug führte zunächst über schneebedeckte Berge und nach etwa 20 Minuten konnte man dann aus dem Flugzeug einen ersten Blick auf den grünen Dschungel und den Beni-Fluss erhaschen.


In Rurrenabaque haben wir in nem netten Hostel erstmal für 3 Nächte eingecheckt auch um uns wieder an das neue Klima zu gewöhnen. Nach Tagen in etwas kühlerem Klima war die Ankunft erstmal ein Hitzeschock. etwa 34 Grad und 100% Luftfeuchtigkeit - Dschungel eben. Der Flughafen in Rrrenabaque war genau so, wie man sich einen Flughafen mitten im Dschungel vorstellt:


Rurrenabaque ist wunderschön am Fluss gelegen, die Stadt selbst ist aber die reinste Touristenhochburg.
Am 2. Tag haben wir uns dann aufgemacht um eine Tour in den Dschungel zu buchen. Man hat hier die Wahl entweder ein Dschungel- oder eine Pampastour zu buchen. Die meisten Touren dauern 3 Tage und das erschien uns auch genügend Zeit, um die Natur zu erkunden. Auf Grund zahlreicher Empfehlungen haben wir uns für eine Pampastour entschieden, da man hier am meisten von der Natur hat.
Wir haben einige der vielen Tourenbüros angeschaut und Infos eingeholt, waren aber auf Grund des einheitlichen Angebots und der Art der Touren ziemlich schnell enttäuscht. Etwa 90% der Anbieter haben die gleiche Art von Tour, so dass man mit unzähligen Touristen auf dem Fluss entlang fährt. Dies gleicht dann eher einem Besuch im Zoo und wirklich umweltfreundlich sind diese Touren auch nicht, da die Tiere durch unnatürliche Massnahmen angelockt werden. Ausserdem hatten wir keine Lust mit ner Horde Menschen durch den Dschungel zu fahren. Wir haben uns dann ganz schnell gegen eine solche Tour entschieden.
Auf der Suche haben wir dann ein Büro gefunden, dass alternative Touren angeboten hat. Sophie und Thomas, zwei nette Franzosen, betreiben das Büro und Sophie hat uns dann sehr ausführlch die Tour erklärt. Sie sollte auf eine private Ranch, etwa 2 Stunden Fahrtzeit entfernt von Rurrenabaque führen. Das Angebot war, dass man 3 Tage lang auf der Ranch wie die Arbeiter dort lebt und die Natur innerhalb der Ranch erkundet. Bonus war, dass wir 2 die einzigen Touristen auf dieser Ranch wären und so hautnah das Leben der Cowboys und Arbeiter mitbekommen. Nach längerem Überlegen haben wir uns dann für diese Tour entschieden.
Den Abend des zweiten Tages haben wir dann noch ein paar Bierchen mit Sophie und Thomas getrunken. Bei dieser Gelegenheit hat uns Thomas dann auch erklärt, wie sehr die Natur durch die klassischen Touren zerstört wird. So waren wir doppelt froh, dass wir nicht eine solche Tour gebucht haben.
Am 4. Tag gings dann los. Wir wurden morgens zur Ranch gefahren und nachdem wir durch das Eingagstor des Awesens gefahren sind, waren wir über die Größe echt erstaunt. Nach nochmal 20 Minuten Fahrt sind wir dann am Hauptgebäude der Ranch angekommen, wo uns der Besitzer der Ranch schon empfangen und uns alles erklärt hat. Diese Hauptanlage besteht aus 2 Schlafgebäuden, einem Gebäude mit Küche und Essbereich.

In dieser Hauptanlage leben 2 Familien, die dafür sorgen, dass die Anlage in Schuss bleibt. Ausserdem züchten sie dort ein paar Hühner und Schweine und versorgen tagsüber die Cowboys. Die meisten Cowboys selbst leben in der nahegelgenen Stadt Reyes.
Das ganze Gebiet der Ranch umfasst ca. 70 Quadratkilomter, also ein riesiges Stück Land. Innerhalb dieses Gebiets leben 2500 Rinder und Bullen und ca. 70 Pferde. Auf Grund der Größe der Ranch konnten wir auch verschiedene Naturzonen mit der verschiedenen Tier und Pflanzenwelt erkunden - Savanne, Seen und Dschungel. Lucio, einer der Cowboys auf der Ranch sollte für 3 Tage unser privater Guide sein.
Nach dem Mittagessen konnten wir dann beobachten, wie einige der Bullen zusammengetrieben und zur Anlage gebracht wurden.


Danach sind wir dann mit Lucio selbst durch einen kleinen Teil der Ranch in Dschungelartiges Gebiet geritten:








Nach etwa 4 Stunden Ausritt wind wir zum Hauptgebäude zurück und haben den wahnsinnig schönen und dramatischen Sonnenuntergang genossen:


Am 2. Tag hat es am Morgen wie aus Kübeln geregnet. An Reiten oder sonstiges war absolut nicht zu denken. Am Vormittag hat uns Lucio gezeigt, wie man früher Schalen aus Kokusnüssen hergestellt hat und wir habens dann auch selbst mal versucht. Ganz schöne anstrengend.
Nach dem Mittagessen hatte der Regen dann etwas nachgelassen und wir sind dann den ganzen Nachmittag durch tiefen Schlamm und überflutete Wiesen durch savannenartiges Gebiet geritten, frische Orangen direkt von Bäumen gegessen und jede Menge Vögel gesehen.



Am 3. Tag sind wir dann direkt nach dem Frühstück losgeritten. Da es am Tag zuvor so heftig geregnet hatte, waren grosse Teile unserer Strecke überflutet so dass wir teilweise auf dem Rücken der Pferde durch tiefes Wasser geschwommen sind:




Wir sind zu Lucios Haus geritten, dass auch auf dem Gebiet der Ranch liegt. Auf dem Weg haben wir dann noch ein paar Pferde zusammengetrieben, also einen auf Cowboy gemacht:


Dort hat er uns dann gezeigt, wie er Kunsthandwerk aus Rindsleder herstellt. Diese verkauft er dann auf dem Markt in Rurrenabaque:


Seine Frau hat dann lecker für uns gekocht und nach dem Mittagessen gings dann wieder aufs Pferd, einen auf Cowboy machen und Natur erkunden:




Am späten Nachmittag sind wir dann zurück zur Hauptanlage wo dann auch Jorge, der Besitzer der Ranch auf uns wartete um uns nach Rurrenabaque zurückzufahren. Schweren Herzens haben wir uns von allen verabschiedet, denn wir hatten wirklich 3 unvergesslich schöne Tage, und sind dann abgefahren.

Hier noch ein paar Eindrücke von der Ranch:






Auf der Rückfahrt hat uns dann Jorge im Auto gefragt, was wir denn am nächsten Tag vorhätten. Wahrheitsgemäß antworten wir: NIX. Dann hat er uns überraschend kurzerhand in sein Haus in der nahegelenen Stadt namens Reyes eingeladen, da an dem Abend und am nächsten Tag ein religiöses Fest stattfand, das wir, so sagte Jorge, unbedingt sehen müssen. Natürlich haben wir die Einladung gleich angenommen und sind statt nach Rurrenabaque zurück zu Jorge´s Haus gefahren. Dort angekommen haben wir nicht schlecht gestaunt. Ein riesiges Haus mit großem, dschungelartigen Garten!! Man hatte den Eindruck, man ist bei einem südamerikanischem Drogenbaron zu Hause.


5 Angestellte in dem Haus haben sich um das Wohl von Jorge gekümmert. Seine Frau war leider nicht da, sie war 5 Tage bei deren Sohn zu Besuch in Santa Cruz. Jorge war wahnsinnig nett und wir haben dann erstmal geduscht und sind danach auf ein Fest gegangen. Scheinbar verirren sich nur ganz wenige Touristen in diese Stadt, denn wir waren unbestritten die Attraktion des Festes und wurden auch gleich zum Tanzen aufgefordert. Sind dann aber doch recht früh wieder zu Jorge nach Hause, da wir von den 3 Tagen auf der Ranch ziemlich fertig waren.
Am nächsten Vormittag haben wir uns dann noch etwas das Fest angeschaut.


Mittags haben wir bei Jorge gegessen. Seine Köchin hat ne leckere traditionell bolivianische Suppe gekocht. Dann noch ein Abschiedsfoto gemacht und email-Adressen mit Jorge ausgetauscht und dann sind wir zurück nach Rurrenabaque gefahren.

In Rurrenabaque haben wir nochmal 2 Nächte geschlafen und sind dann zurück nach La Paz geflogen.
Position:Lucrepata,Cusco,Peru
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